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Gymnasium

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Wer Ústí nad Orlicí mit dem Zug durchfährt oder sich nach dieser Stadt auf der von dem Andrlův chlum Hügel führenden Landstraße begibt, wird sicherlich nicht das imposante Schulgebäude übersehen, das hier noch am Anfang des ersten Weltkriegs nicht stand. Die allerersten Verhandlungen über den Bau des neuen Schulgebäudes haben sich zwar schon in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts abgespielt, aber den grundlegenden Umbruch haben erst im April 1907 der Fabrikbesitzer Florian Hernych und seine Söhne Emil und Richard hervorgerufen, als sie die benötigten Parzellen an die Stadt verschenkt haben. Ein Jahr später hat der Bezirkschulrat den Prager Architekten und Bauherrn Jan Pacl dazu aufgefördert, zunächst die Studie und später auch den Bauentwurf herzustellen.

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Die Nichteinhaltung des Termins der Dokummentationsübergabe auf der Seite des Architekten, Finanzierungsprobleme auf der anderen Seite hatten gegenseitig gespannte Verhältnisse zur Folge. Als im Juni 1910 die Baugründe ausgemessen wurden und die Aushubarbeiten anfangen sollten, hat unerwartet Jan Pacl auf seine Beteiligung an dem Bau verzichtet. Seine Aufgabe hat also der hiesige Bauherr Josef Hernych übernommen. Der wurde jedoch ausschließlich mit Betonierungs- und Mauerarbeiten beauftragt. Alle anderen Handwerke wurden durch Auswahlverfahren unter die lokalen und Prager Unternehmer verteilt. Auch das war ein Grund dafür, dass der Baubeendigung-Termin mehrmals verschoben wurde. Zunächst hat man mit dem Juni 1912 gerechnet, später mit dem Dezember 1913, aber die eigentliche Kollaudierung fand erst am 28. April 1914 statt. Die Betriebsgenehmigung haben jedoch der Bezirkshauptmann und der Vorsitzende des Bezirksschulrats erst am 6. November 1916 erteilt. Hierzu sei noch bemerkt, dass das Bauwerk von Anfang an laute unangehme Probleme begleitet haben. Zuerst kam es zum Wassereinbruch in den Kellerraum, demnächst musste eine vollständige Rekonstruktion der Eingangstreppe durchgeführt werden. Das größte und tückischste Problem stellt aber nach wie vor die unstabille Bodenschicht dar. Der äußerst plastische Lehm führt zur Verschiebung der Gründung und Beschädigung der Wände. Die Lösung dieses Problems hat schon in der Vergangenheit viel Mühe und erhebliche Investitionen gekostet. Kein Ende nahm leider auch der Streit zwischen dem Architekten Jan Pacl und dem Schulrat, der seinen Höhepunkt im Jahre 1928 erreichte. Zu dieser Zeit wurde gegenseitige Anklage bei dem Kreisgericht zu Chrudim erhoben. Allein nicht einmal das hat man daran verhindert, das Gebäude als Knabenschule benutzen anzufangen. Es wurden hier fünf Klassen der Volks- und vier Klassen der Bürgerschule errichtet. Erst 1946 wurde hier das Staatsrealgymnasium geöffnet. Man sei auch an die erfolgreichen Verhandlungen der Stadtvertreter mit dem Sokol-Verein über den Sporthallebau erinnert, die zusätzlich mit dem Hauptgebäude durch einen gedeckten Gang verbunden war. Unsere Aufmerksamkeit verdient auch die Tatsache, dass das Schulgebäude sowie die Sporthalle mit sechs Reliefs von dem tschechischen Bildhauer Josef Drahoňovský geschmückt sind. Die Stadt hat also in diesem für seine Zeit modernen und großartig entworfenen Schulgebäude ein Bauwerk gefunden, das bis heute verlässlich und effektiv dient.

 

 

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